Gedicht für den Weihnachtsmann

Und balde kommt der Weihnachtsmann

Und war mein Leben dunkel,
Ihre Augen leuchten hell.
Und war ich matt vom Sterben,
Ihre Füßlein wanderten schnell
Und war ich krank und war ich arm,
So sprach ihr Stimmlein liebeswarm:
“Lieb Mütterlein, denk nicht daran,
Es kommt wohl bald der Weihnachtsmann!”

Wohl kam ein Mann geschritten,
Doch trug er schwarzes Gewand,
Er hielt kein Tannenbäumlein,
Hielt die Sichel in seiner Hand.
Schnitt ab mein Blümlein, nahm es fort
Und barg’s an stillem, kühlen Ort.
Was fang ich arme Mutter an?
Und balde kommt der Weihnachtsmann.

Hedwig Kiesekamp 1844 – 1919

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